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PDF-Komprimierung

Die PDF-Komprimierung verringert die Größe eines PDF-Dokuments, indem sie Bilder neu kodiert, ungenutzte Objekte entfernt und Kompressionsalgorithmen anwendet — Qualität bleibt, Bytes werden weniger.

Warum PDFs groß werden

Die Größe einer PDF kommt meist aus drei Quellen:

  • Bilder — vor allem hochauflösende Fotos und gescannte Seiten (oft 95 %+ der Dateigröße)
  • Eingebettete Schriften — komplette Schriftdateien für jede verwendete Schrift
  • Objekt-Overhead — Formularfelder, Anmerkungen, Metadaten, alte Revisionshistorie

Verlustbehaftet vs. verlustfrei

  • Verlustbehaftet — verwirft einen Teil der Daten, um die Datei zu verkleinern. Wird vor allem auf Fotos angewendet (JPEG-Neukodierung). Bei starken Raten sinkt die Qualität sichtbar, für Dokumente reicht es meist.
  • Verlustfrei — behält jedes Byte. Kommt bei Text, Strichzeichnungen und überall dort zum Einsatz, wo kein Qualitätsverlust erlaubt ist. Spart typischerweise 10 bis 40 %.

Moderne PDF-Kompressoren nutzen beides: verlustbehaftet für Fotos, verlustfrei für Text und Struktur. Ergebnis: ein 50-MB-Scan kann auf 3 MB schrumpfen, ohne sichtbare Qualitätsverluste.

Was Kompressionstools wirklich tun

  1. Bilder herunterskalieren — von 600 dpi auf 150 dpi, wo sinnvoll
  2. Fotos neu kodieren — JPEG mit Qualitätseinstellung (üblich Q75)
  3. Zu JBIG2 konvertieren — spezialisiertes Format für Schwarz-Weiß-Scans
  4. Schriften subsetten — nur tatsächlich verwendete Glyphen behalten
  5. Ungenutzte Objekte entfernen — alte Formulardaten, Seiten-Vorschauen, inkrementelle Updates
  6. Streams rekomprimieren — Flate/Deflate auf Text und Struktur
  7. Metadaten entfernen — optional, löscht Erstellungs- und Revisionsverlauf

Typische Einsparungen

  • Gescannte Dokumente — 60 bis 90 % kleiner (größter Gewinn)
  • Foto-lastige PDFs — 40 bis 80 % kleiner
  • Reine Textdokumente — 5 bis 15 % kleiner (bereits effizient)
  • Bereits komprimierte PDFs — minimaler Gewinn, manchmal negativ

Zielgrößen für häufige Fälle

  • E-Mail-Anhang — unter 25 MB (Gmail-Limit)
  • Stellenbewerbung — unter 5 MB (viele Karriereportale)
  • Behördenformular — unter 2 MB (viele Behördenportale)
  • Web-Upload — unter 1 MB für schnelles Laden

Wann du NICHT komprimieren solltest

  • Juristische Beweise, bei denen jedes Pixel zählt
  • Medizinische Bilder (Radiologie verlangt verlustfrei)
  • In PDF/A archivierte Dokumente
  • Bereits kleine Dateien (kaum Gewinn, eventuell Qualitätsverlust)
Selbst ausprobieren

PDFs komprimieren — bis zu 80 % kleiner

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